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Fahren Sie vorsichtig!

Tipps und aktuelle Fahrberichte - exklusiv von Motorjournalist Werner Müller


Auf dem Rad verhalten sie sich anders

Man wundert sich oft, wie manche Radfahrer Regeln und Vorsicht außer acht lassen. Als Fußgänger und Autofahrer reagieren sie meistens völlig anders

Fast jeder Radfahrer steigt hin und wieder einmal aufs Auto um. Und umgekehrt. Oft auch deshalb, um das Zweirad an einen Ort zu bringen, an dem das Radeln mehr Spaß macht. Der Spaß kann aber schnell vergehen, wenn Motorisierte und Pedaltreter aufeinander treffen. Da werden manche zu Radrambos, denen die Verkehrsregeln völlig schnuppe sind. Sie fahren gegen Einbahnstraßen, ignorieren rote Ampeln, steigen in Fußgängerzonen nicht ab und wechseln Fahrspuren oder biegen ab, ohne das anzuzeigen. Und meinen, auf dem Zebrastreifen wären sie als Radfahrer so geschützt wie Fußgänger.

 

Als Autofahrer dann parken sie auf Radwegen, fahren zu dicht an Radfahrern vorbei oder gefährden die Pedaltreter beim Abbiegen. Mit mehr Rücksichtnahme und Fairness könnten Rad- und Autofahrer dabei wunderbar harmonieren. Wer als Autofahrer daran denkt, was er sich als Radfahrer manchmal wünscht, ist schon auf dem richtigen Weg. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Radfahrer.

Besonders Kinder und Senioren verunglücken überproportional häufig mit dem Fahrrad. Sie sind als "ungeschützte" Verkehrsteilnehmer extrem verletzlich und werden von Autofahrern oft zu wenig beachtet.

Aber auch die Radler können einiges beitragen. Helle und auffällige Kleidung macht sie besser erkennbar. Außerdem: Radfahrer, die bei Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind, bringen Autofahrer häufig zur Verzweiflung. Eine Stichprobe des ADAC hat ergeben, dass knapp 40 Prozent aller Radler bei Dunkelheit ohne Licht fuhren. Entweder gab es keine funktionierende Beleuchtung oder sie war nicht eingeschaltet.

Unfallträchtig ist auch eine besondere Art des Gassigehens. Radler setzen sich auf ihr Fahrrad und lassen den Vierbeiner nebenher traben. Das ist praktisch, kann aber sehr gefährlich werden. Wenn das Tier am Lenkrad zerrt, können Frauchen bzw. Herrchen das Gleichgewicht verlieren und schnell stürzen. Autofahrer hingegen sollten deshalb besonders vorsichtig fahren, wenn radelnde Hundebesitzer auftauchen.

Ein Bierchen im Verein oder im Biergarten: wer dafür auf das Fahrrad umsteigt, hat nicht automatisch freie Fahrt beim Alkohol. Radfahrer machen sich nämlich ab 1,6 Promille wegen Trunkenheitsfahrt strafbar. Bei Fahren in Schlangenlinien genügen schon geringere Werte für eine Strafe. Neben einer empfindlichen Geldstrafe kann ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet werden. Es kann sogar noch böser kommen: Man verliert man nicht nur seinen Führerschein, sondern darf auch nicht mehr mit dem Fahrrad fahren.
Mein Tipp: Radfahren mit Übersicht ist eine wunderschöne Beschäftigung. Rücksicht auf Autofahrer und Fußgänger ist dabei erste Pflicht. Und ein Bierchen zuviel heißt: Fahrrad schieben oder stehen lassen. Schon aus egoistischen Gründen. Denn selbst ein leichter Sturz kann schnell böse Folgen haben.

Grafik: ADAC
Das sind die häufigsten Unfallursachen bei Fahrradunfällen.
Letzte Änderung: Freitag, 15.07.2011 09:56 Uhr

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