Der Mineral-Multi BP droht für 2012 mit höheren Benzinpreisen. Der Grund: Die Benzinhersteller müssen mit hohen Strafzahlungen rechnen, wenn sie die von der EU vorgeschriebene Bio-Kraftstoff-Quote nicht erreichen.
E10 und Biodiesel, also Treibstoffe mit bis zu 10 Prozent Beimengung von Bio-Ethanol oder Biodiesel, waren für die Erreichung des umweltorientierten Ziels eingeplant. Doch sowohl Biodiesel als auch E10 stießen bis dato bei den Autofahrern nur auf geringes Interesse. Die Folge: Die von der Politik vorgegebene Reduzierung des Umweltgiftes CO2 wird nicht erreicht. Den Konzernen drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe. Doch die Multis wollen diese Zahlungen an die Autofahrer weiter geben.
Der Aufschrei ist groß. Die Medienschelte eindeutig. Dabei
ist das Problem ganz simpel zu lösen: Runter mit dem Preis
für E10 im Vergleich zum herkömmlichen Superbenzin. Und
schon dürfte die Tankquote für den Biosprit schnell
ansteigen und die Konzerne vor Strafzahlungen bewahren.
Einige Tankstellen in unserer Region (etwa die Marken bft und Agip)
gehen mit gutem Beispiel voran und bieten seit kurzem Super E10 um
3 Cent billiger an. Der Umsatz stieg daraufhin - so ein
Tankstellenpächter - deutlich an. Die Autofahrer haben also
selber in der Hand, den Benzinpreis zu gestalten.
Frage also: Warum wird E10 immer noch so wenig getankt?
Technisch betrachtet, hat sich an der E10-Front nichts
geändert. Nahezu 98 Prozent aller deutschen PKW und die
meisten Importfahrzeuge vertragen den Biosprit klaglos.
Schlagzeilen, dass der ADAC in einem Dauertest an einem Opel Signum
mit Direkteinspritzer-Motor nach einem 27000 km-Test eine defekte
Benzinpumpe diagnostizierte, helfen höchstens dem ADAC selber.
Denn das Fahrzeug und der Motor werden von Opel eindeutig als nicht
E10-tauglich deklariert.
Hilfreicher wäre es, wenn der ADAC seine Erkenntnis, das es bei E10-verträglichen Fahrzeugen, und das sind weit über 90 Prozent aller Benziner, keine bekannten Schäden gegeben hat, stärker publizieren würde.
Informationen über die E10-Nutzung und
-Verträglichkeit gibt es nach wie unter
www.adac.de/e10 oder www.dat.de/E10. Die Seiten leiten
auch dann direkt weiter auf die entsprechenden Seiten der
Fahrzeughersteller, wo detailliert auf die E10-Thematik eingegangen
wird. Merkwürdige Informationen gibt es dagegen häufig
von Tankstellen-Pächtern, die (noch) kein E10 im Programm
haben. "Damit kommen sie nicht so weit". Oder:
"Tanken Sie besser Super Plus."
Sinnvoll wäre auch, wenn die Flotten der Behörden wie
etwa der Polizei Vorbild spielen würden und ebenfalls E10
tanken, statt den Bio-Sprit per Pressemitteilung zu boykottieren.
Meine Meinung: Die Mineralölkonzerne haben es nun in der Hand.
Eine flächendeckende Einführung an allen Tankstellen,
dazu noch ein um 3 bis 5 Cent niedriger Preis für E10 und das
leidige und total falsch kommunizierte Thema ist in Kürze vom
Tisch.
Mein Tipp: E10 tanken, wenn nicht jetzt, wann dann?
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