Ein musikalisches Erbe

Gleich drei Kirchenchöre feiern ihre Jubiläen

Longerich. Heutzutage ist das Jubiläum von einem Kirchenchor keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso bemerkenswerter ist, dass in Longerich in der Pfarrgemeinde St. Dionysius gleich drei Chöre dies schafften.

In einem Turmzimmer der Kirche Christ König gründete sich 1961 der Kirchenchor St. Bernhard. Zwischenzeitlich in Chorgemeinschaft umbenannt, kehrte man später zum ursprünglichen Namen zurück. In der 50-jährigen Geschichte sang der Chor gemeinsame Konzerte mit dem Rostocker Lehrerchor, mit französischen Chören aus Lille und L'Aigle und sogar im Kölner Dom. Neben einer Jazzmesse und "The World of Spirit" von Benjamin Britten veranstalteten die Singenden Chorkonzerte aus Barock und Klassik mit Werken von Mozart, Bach, Haydn, Strawinsky, Händel oder Caldara.
Auf 60 Jahre Tradition schaut der Kirchenchor Christ König zurück. Gegründet von vier Damen und sechs Herren findet seit 1952 jedes Jahr ein Chorausflug statt. In Rom sangen sie im Petersdom und im Kölner Dom beteiligten sie sich an einer Festmesse, wo dem damaligen Chorleiter die Ehre zuteilwurde, auf der Domorgel zu spielen. Im Laufe der Schaffenszeit lud der Chor zu einigen Konzerten ein, mal in Begleitung von einem Streichquartett, mal gemeinsam mit Gastchören wie den Ordensschwestern des Heilig Geist Krankenhaus. Aufgeführt wurden Werke von Beethoven, Mozart, Bruckner oder Mendelssohn-Bartoldy. Zum 50. Jahrestag der Katholikensiedlung zelebrierte man gemeinsam mit Kardinal Meisner.
Der älteste Jubiläumschor entstand 1866 und feiert 145-jähriges Bestehen. Als Männer-Gesang-Verein-Cäcilia gegründet, öffnete man sich 1933 zu einem gemischten Chor und nahm den Namen Kirchenchor St. Cäcilia an. Die heilige Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik, die über die wirre Zeit des I. und II. Weltkrieg hinweg half. 1968 feierte der Chor eine Messe mit Kardinal Frings und sang auch im Kölner Dom. Auf Reisen nach Rom, London und Antwerpen wurde man als Gastchor zu Festmessen eingeladen und in Frankreich warteten Auftritte in Sacré-Coeur, Saint-Denis und der Kathedrale Notre-Dame von Reims. Die Zuhörer freuten sich über Werke von Pellegrini, Liszt, Vivaldi, Rossini oder Purcell.
Seit 1972 veranstalteten die drei Jubiläumschöre gemeinsame Konzerte. 2007 beschloss eine Generalversammlung den Zusammenschluss der Chöre. Nach einem "mehrjährigen Prozess der Annäherung", erklärt Frau Kubitza, Chorsprecherin, kam es 2010 endgültig zu dem heutigen Kirchenchor St. Dionysius. Die Erfahrung und ein neuer Geist flossen aus den drei Chören zusammen. Zurzeit wird eine Wanderausstellung mit Fotos zur Historie präsentiert.

Letzte Änderung: Donnerstag, 24.11.2011 15:05 Uhr

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