Mörderische Schwestern lasen vor

Krimilesung "Kalter November" lockte zahlreiche Krimifans

Weidenpesch (pm). Man nehme sieben gestandene Krimiautorinnen, sieben Gegenstände mit Bezug zu den gelesenen Texten, einen Kurzzeitmesser und einen guten Zweck. Fertig ist die "Ladies Crime Night". 

Diese Krimiabende (nicht nur) für Frauen sind ursprünglich eine beim Heurigen entstandene Idee der österreichischen Sektion der "Mörderischen Schwes­­tern", eines etwa 400 Mitglieder starken Netzwerkes von Krimifreundinnen und -autorinnen. Im Gemeindezentrum der Erlöserkirche begrüßte Brigitte Glaser, selbst Autorin und Moderatorin des Abends, die versammelten Fans des gepflegten Kapitalverbrechens. Gelesen wurde zugunsten des Vereins "Lobby für Mädchen e.V." (www.lobby-fuer-maedchen.de ). Den Anfang machte die Frau mit der kürzesten Anreise, die Mauenheimerin Christina Bacher. Die Chefredakteurin der Straßenzeitung "Draußenseiter" und Autorin der Kinderbuchserie "Bolle und die Bolzplatzbande" las aus "Engel im Schnee". Dass auch "Immis" raffinierte Kölnkrimis schreiben können, bewies Yvonne Kronberg aus München mit "Schattenmann", einer spannenden Geschichte um eine Kindesentführung und ein Diamanten-Collier. Andrea Tillmans, promovierte Physikerin aus Aachen, setzte mit "Tod im Wasser" ebenfalls auf Lokalkolorit und ließ eine männliche Leiche im Brunnen "Kreislauf des Geldes" für reichlich Aufregung sorgen. Anna Balchun war Teilnehmerin des Mentoring-Programms der "Mörderischen Schwestern" und begab sich für ihr Erstlingswerk "Nonnen morden anders" in ein Milieu, das doch eigentlich als besonders friedlich gilt. Ihre Erfahrungen mit der Beseitigung von Altlasten dürften der Mitarbeiterin des Umweltamtes Koblenz sicherlich auch als Krimiautorin hilfreich sein. Als Kontrast zu so viel geballter krimineller Energie konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer dann in der Pause mit Glühwein und Spekulatius wieder in friedvolle Adventsstimmung versetzen lassen. Frisch gestärkt ging es in die zweite Runde, die von Cornelia Ehses eröffnet wurde. Sie schreibt Lyrik und Prosa, leitet Schreibwerkstätten und hat zusammen mit Renate Nauber den Porz-Krimi "Zeit der Strafe" verfasst, in dem es um die braune Vergangenheit einer erhängten ehemaligen Polizeibediensteten geht. Aus der neuerdings als Krimiregion schlechthin bekannten Eifel, genauer aus Monschau, war Corinna Griesbach in den Kölner Norden gekommen. Ihr Kurzkrimi "Clockwork" behandelt das hochsensible Thema des Umgangs mit persönlichen Daten im Internet. Als letzte nutzte Nadine Buranaseda die ihr zugestandenen zehn Minuten Lesezeit. Im Debut der Kölnerin mit thailändischen Wurzeln muss der Bonner Kommissar Hirschfels eine mysteriöse Mordserie aufklären.

Letzte Änderung: Donnerstag, 15.12.2011 15:25 Uhr

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